Kurz gesagt
- Die britische Regierung veröffentlichte am 25. Juni ihren Entwurf des Conversion Practices Bill.
- Olivia Bailey bestätigte, dass asexuelle Menschen in den Geltungsbereich des Gesetzes fallen werden.
- Yasmin Benoit sagt, der Vorschlag sei ein Fortschritt, aber rechtliche Lücken und eine Ausnahme für das Gesundheitswesen weckten weiterhin Sorgen.
- Sie verweist außerdem auf den neuen Strafkodex von Niger, der ihrer Aussage nach Asexualität und andere LGBTQIA+-Identitäten kriminalisiert.
Die asexuelle Aktivistin und Model Yasmin Benoit sagt, der lang erwartete Entwurf der britischen Regierung für das Gesetz gegen Konversionspraktiken sei ein bedeutender Fortschritt für die Repräsentation Asexueller, aber keine endgültige Antwort.
Der Entwurf wurde am 25. Juni veröffentlicht, kurz vor dem Ende des Pride Month. Am selben Tag sagte Olivia Bailey, die parlamentarische Staatssekretärin für Gleichstellung, im Parlament, dass asexuelle Menschen in den Geltungsbereich des Gesetzentwurfs einbezogen werden.

Benoit sagt, dass Asexualität zum ersten Mal in Erinnerung auf dem parlamentarischen Protokoll anerkannt wurde und dass dieses Bekenntnis nach Jahren des Einsatzes ein seltenes Gefühl von Gewissheit geschaffen habe.
Sie führt das Thema auf 2018 zurück, als die damalige Premierministerin Theresa May den LGBT+ Action Plan ankündigte und versprach, Konversionspraktiken zu verbieten. Im selben Jahr veröffentlichte das Government Equalities Office die National LGBT Survey, die dokumentierte, in welchem Ausmaß LGBTQ-Personen Konversionstherapie angeboten wurde oder sie ihr ausgesetzt waren.

Benoit weist darauf hin, dass die Umfrage auch ergab, dass asexuelle Menschen mit 10 % höherer Wahrscheinlichkeit als Menschen anderer Orientierungen diese Erfahrung gemacht hatten, Asexualität jedoch trotz der eigenen Daten der Regierung aus der Debatte herausgehalten wurde.
In ihrem Bericht sagt sie, einer der frühesten Momente, der ihren Fokus auf das Thema schärfte, sei eine Konferenz gewesen, bei der eine asexuelle Person beschrieb, wie sie durch auf das Gesundheitswesen gestützte Konversionspraktiken gedrängt worden sei, darunter invasive Tests und psychosexuelle Therapie, die sie dazu bewegen sollte, heterosexuell zu werden. Benoit sagt, das habe sie dazu gebracht, mit Stonewall an einem Bericht über Diskriminierung asexueller Menschen zu arbeiten, mit einem umfangreichen Abschnitt zum Gesundheitswesen.

Sie sagt, dass sie später Jahre damit verbrachte, Abgeordnete zu treffen und Unterstützung im Parlament aufzubauen. Benoit verweist außerdem auf anhaltende rechtliche Grenzen: Asexualität wird von der Weltgesundheitsorganisation weiterhin als medizinisierte Orientierung im Internationalen Klassifikationssystem der Krankheiten behandelt und im britischen Equality Act 2010 nicht als sexuelle Orientierung anerkannt.
Sie sagt, dass die Unterstützung außerhalb der Labour Party half, den Druck beim Thema aufrechtzuerhalten. 2017 veröffentlichte die British Association for Counselling and Psychotherapy ein Memorandum of Understanding zum Verbot von Konversionspraktiken, das von 25 Organisationen, darunter NHS England, unterstützt wurde, und darin wurde gefordert, Asexualität eindeutig einzubeziehen. Die Green Party wurde durch die Sprecherin für Gleichstellung und Vielfalt, Ria Patel, im Jahr 2022 zur ersten Partei, die Asexuelle in ihrem Aufruf zu einem Verbot ausdrücklich einschloss.

Benoit sagt, sie habe sich danach stärker auf die Liberal Democrats und Labour konzentriert. 2025 hätten die Liberal Democrats laut ihr ihre LGBT+-Agenda veröffentlicht, verfasst von Christine Jardine, und die Medikalisierung von Asexualität anerkannt, während sie deren Einbeziehung in ein Verbot gefordert hätten.
Sie beschreibt die Definition von Konversionspraktiken im Gesetzentwurf als Menschen, denen zugrunde gelegt werde, „eine bestimmte sexuelle Orientierung zu haben oder nicht zu haben“, und zwar als Formulierung, die eine Einbeziehung Asexueller zuzulassen scheine, selbst ohne Anerkennung im Equality Act. Sie warnt aber auch, dass eine mögliche Ausnahme für diejenigen, die einen Gesundheitsdienst erbringen, Menschen – einschließlich asexueller Menschen – in dem Umfeld gefährden könnte, in dem Konversionstherapie am häufigsten vorkommt.
Benoit sagt, dass Abgeordneter Robert McKenna das Thema vorangebracht habe, indem er Olivia Bailey im Parlament auf diese Sorge angesprochen und sich das erwirkt habe, was sie als eine beispiellose Antwort einer Labour-Politikerin im Protokoll bezeichnet. Sie sagt, der Austausch zwischen zwei schwulen Abgeordneten habe gezeigt, dass das Thema ernst genommen werde.
Sie fügt hinzu, dass der Gesetzentwurf zwar noch gestärkt werden müsse, die derzeitige Richtung ihr jedoch mehr Zuversicht gebe, dass Asexualität angemessen berücksichtigt werde.
Ihre Bemerkungen stehen vor dem Hintergrund des neuen Strafgesetzbuchs von Niger, das nach Benoits Angaben das erste Land sei, das Asexualität kriminalisiere. Sie sagt, die Strafe könne bis zu 10 Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 100 Millionen westafrikanischen CFA-Francs erreichen, was mehr als 100.000 £ BIP entspreche. Das Gesetz kriminalisiert außerdem lesbische, schwule, bisexuelle, transgeschlechtliche, queere und intersexuelle „Praktiken“ sowie „obszöne oder unnatürliche Handlungen“.
Benoit sagt, diese Entwicklung unterstreiche den weltweiten Druck auf die Rechte von LGBTQIA+ und warum asexuelle Menschen nicht zurückgelassen werden dürfen.







Kommentare (0)
An der Diskussion teilnehmen