TL;DR

  • Die 250.-Geburtstagsparty Amerikas ist eine kulturelle Peinlichkeit.
  • Das Line-up bietet geschmacklose Acts wie Vanilla Ice und die UFC.
  • Kritiker argumentieren, dass es die wahre amerikanische Kultur nicht widerspiegelt.
  • Echte kulturelle Innovation kommt von diversen, marginalisierten Stimmen.
  • Die Veranstaltung spiegelt ein breiteres Problem der farblosen Mainstream-Unterhaltung wider.

Nichts verkörpert „das anhaltende Versprechen der amerikanischen Demokratie“ so sehr wie eine Geburtstagsfeier, die sich eher wie eine schlechte Folge einer Reality-Show anfühlt als wie ein Fest zu 250 Jahren Geschichte. Präsident Donald Trump veranstaltet eine Party auf dem Rasen des Weißen Hauses, komplett mit einem UFC-Käfig und den sanften Klängen von Vanilla Ice. Ja, Sie haben richtig gehört. Die Great American State Fair entwickelt sich zum geschmacklosesten, verwirrendsten und schlichtweg traurigsten Versuch einer nationalen Meilenstein-Feier, den man sich vorstellen kann.

Amerika, ein Land, das der Welt alles von Jazz bis Drag-Kultur geschenkt hat, soll seinen 250. Geburtstag mit einem Line-up begehen, das selbst den eingefleischtesten Patrioten cringen lassen könnte. Statt einer Feier, die das lebendige, vielfältige Geflecht der amerikanischen Kultur würdigt, bekommen wir ein Nostalgie-Konzert, das wirkt, als wäre es von einem Ausschuss aus Menschen entworfen worden, die Modernität grundsätzlich ablehnen. Es ist, als hätte jemand einem Entertainment-Koordinator eines regionalen Casinos ein Pinterest-Board und eine moderate Kokaingewohnheit in die Hand gedrückt, um dieses Spektakel zu erschaffen.

Aber beschönigen wir nichts: Das hier ist nicht nur eine schlechte Party; es ist ein Spiegelbild einer tieferen Malaise in der amerikanischen Kultur. Die Unterhaltungsindustrie ist zu einer Maschine geworden, die immer wieder denselben recycelten Inhalt, dieselbe Nostalgie und dieselben Fortsetzungen ausspuckt, nach denen niemand gefragt hat. Es ist, als wären wir in einer kulturellen Echokammer gefangen, in der Sichtbarkeit mit Bedeutung und Popularität mit Wichtigkeit verwechselt wird.

Besonders ärgerlich ist, dass dieses Ereignis zu einem Zeitpunkt stattfindet, an dem die echte amerikanische Kultur floriert – nur eben nicht im Mainstream. Künstlerinnen und Künstler im ganzen Land schaffen in Schlafzimmern, Kellern und unabhängigen Spielstätten Werke, die neue kulturelle Sprachen entwickeln und den Status quo herausfordern. Diese Stimmen sollten gefeiert werden, nicht die ausgelaugten Acts, die für einen billigen Nervenkitzel aus dem Ruhestand gezerrt wurden.

Amerika verdient eine Geburtstagsfeier, die seinem Erbe gerecht wird. Wir sind eine laute, chaotische und widersprüchliche Nation, und genau dieses Chaos macht unsere Kultur stark. Unsere größten künstlerischen Errungenschaften sind an den Rändern entstanden, bei jenen, die die ihnen vorgesetzte Version Amerikas nicht akzeptieren. Einwanderer, Drag Queens, Punks und unzählige andere marginalisierte Stimmen sind das Lebenselixier unserer kulturellen Innovation.

Statt diese reiche Geschichte zu feiern, bleibt uns ein Line-up, das sich wie eine Ohrfeige gegen das Wesen dessen anfühlt, was es bedeutet, amerikanisch zu sein. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler distanzieren sich schneller, als man „Grievance Olympics“ sagen kann, viele weigern sich, an diesem politisch aufgeladenen Spektakel teilzunehmen. Morris Day und The Time haben unmissverständlich klargemacht, dass sie damit nichts zu tun haben wollen, und wer könnte es ihnen verdenken? Niemand wacht gern auf und stellt fest, dass er versehentlich zur Unterhaltung für eine Party geworden ist, die sich eher wie eine Geiselsituation als wie eine Feier anfühlt.

In einem Land, das Jazz, Disco, Punk und zahllose andere Kunstformen hervorgebracht hat, die die Welt verändert haben, ist es eine Tragödie, dass wir mit einer bizarren Mischung aus WWE- und Jahrmarktsstimmung feiern. Amerika verdient etwas Besseres als das. Wir brauchen eine Feier, die den wahren Geist unserer Nation widerspiegelt – eine, die unser chaotisches, wunderschönes Durcheinander annimmt und die Stimmen würdigt, die immer wieder neu definieren, was Amerika sein kann.

Hoffen wir also, dass wir uns diesem Meilenstein nähern und den Fokus von einem billigen Spektakel auf eine echte Feier all dessen verlagern können, was Amerika lebendig und einzigartig macht. Denn am Ende des Tages sind wir nicht nur ein Land; wir sind ein lebendiges, atmendes Gewebe aus Geschichten, die darauf warten, erzählt zu werden. Und das ist eine Geburtstagsfeier, die es wert ist, gefeiert zu werden.

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Über den Autor

Liam O'Connor

Liam O'Connor ist ein Unterhaltungsjournalist mit einem Gespür für die Berichterstattung über LGBTQ-Repräsentation in den Medien. Mit einem Hintergrund in Filmwissenschaften von der NYU und einer Leidenschaft fürs Erzäh…

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