TL;DR

  • Gesichtsscanner jetzt in Castro-Bars verpflichtend.
  • Die Technologie wirft Datenschutz- und Sicherheitsbedenken auf.
  • Erfasst werden auch personenbezogene Daten.
  • Kritiker bezeichnen die Praxis als Orwellsch.
  • Es wird Transparenz bei der Datennutzung gefordert.

Im Herzen von San Franciscos Castro-Viertel wird ein Abend in der Bar nun von einer unerwarteten Wendung begleitet: Gesichtsscanner. Ja, Sie haben richtig gehört! Besucher beliebter Schwulenbars wie Mix, Badlands und Toad Hall stellen fest, dass ihr zuverlässiger Lichtbildausweis nicht mehr ausreicht, um die Samtseile zu passieren. Stattdessen werden sie aufgefordert, einen Gesichtsscan zu machen, und sagen wir es so: Die Community ist davon nicht begeistert.

Laut einem Bericht von Cydney Hayes im San Francisco Gazetteer folgt dieser Hightech-Eingriff auf einen gewalttätigen Vorfall bei Mix im vergangenen Jahr. Um die Sicherheit zu erhöhen, wandte sich die Bar an ein Unternehmen namens PatronScan, das seine Gesichtsscantechnologie als Mittel vermarktet, um gefälschte Ausweise zu erkennen und unruhige Gäste im Blick zu behalten. Doch was hinter diesen Bar-Türen wirklich passiert, wirft Fragen auf.

Diese Scanner prüfen nicht nur Ihren Ausweis; sie sammeln eine Fülle personenbezogener Informationen, darunter Namen, Adressen und sogar Verhaltensdaten, während Sie sich in der Location aufhalten. Und damit nicht genug. Diese Daten werden über ein Netzwerk von Bars hinweg geteilt, wodurch eine sogenannte „Schwarze Liste“ problematischer Gäste entsteht. Klingt wie eine Wendung in einem dystopischen Roman, oder?

Während das Unternehmen behauptet, Informationen nach 30 Tagen zu löschen, bleiben Ihre Daten erhalten, wenn Sie wegen „schlechten Verhaltens“ markiert werden. Kritiker haben diese Praxis scharf verurteilt; eine Sammelklage bezeichnete die Technologie sogar als „Orwellsch“. Für einen Abend in der Bar ist das ein echter Stimmungskiller!

Besonders besorgniserregend ist, dass Mix ein schwul geführter Betrieb ist. Das wirft ernsthafte Fragen zu den Auswirkungen von Gesichtsscantechnologie auf, vor allem in einer Community, die Privatsphäre und Sicherheit schätzt. Wie die Autorin und Aktivistin Hayley Tsukayama anmerkte: „Menschen rechnen nicht mit einer solchen Erfassung und Speicherung, wenn sie einen Betrieb besuchen.“

Sie betonte zudem die Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Verbraucher und der Realität der Überwachung und forderte mehr Transparenz darüber, wie diese Daten genutzt werden. Und ehrlich gesagt: Kann man ihr das verdenken? Niemand möchte sich beobachtet fühlen, während er mit Freunden etwas trinken geht.

Bislang haben sich keine der betroffenen Bars zu Anfragen über die Nutzung dieser Technologie geäußert. Was kommt also als Nächstes für das Castro? Werden Gäste diese invasiven Maßnahmen weiterhin akzeptieren, oder werden sie eine Rückkehr zur Privatsphäre in ihren Lieblingslokalen verlangen? Nur die Zeit wird es zeigen, aber eines ist sicher: Die Community schaut genau hin.

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Über den Autor

Liam O'Connor

Liam O'Connor ist ein Unterhaltungsjournalist mit einem Gespür für die Berichterstattung über LGBTQ-Repräsentation in den Medien. Mit einem Hintergrund in Filmwissenschaften von der NYU und einer Leidenschaft fürs Erzäh…

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